Donnerstag, 26. April 2007

Ungewissheit und Angst

Morgen bekommen wir also eine Antwort, ob das, wie real das ist, was wir in den letzten Tagen erlebt, gespürt, wahrgenommen haben. Und die Angst ist da, dass es nicht so weitergeht, wie erhofft. Ja, dass diese Welt, die sich da kurz für uns geöffnet hat, wieder verschwindet und wir uns ihr so nicht wieder nähern können. Denn uns ist beiden klar, dass es bei diesem einen Versuch bleiben wird, bei dieser einen Chance, denn die Behandlung, die Vorbereitung war sehr anstrengend für sie und auch die finanzielle Bürde ist nicht zu unterschätzen und war deutlich höher als zunächst erwartet. Und wir haben beide das Gefühl, wir haben alles getan was in unserer Macht stand, damit es funktioniert, mithin glauben wir beide nicht, dass ein zweiter Versuch anders ausgehen wird als der erste. Die Statistik sagt zwar etwas anderes, aber Statistiken sind Statistiken, was für den Einzelfall gilt, ergibt sich daraus nicht.

Und noch etwas zweites spielt mit hinein bei der Angst: Die Angst sich zu blamieren mit all diesen Wahrnehmungen, die davon künden, dass es funktioniert. Wahrnehmungen, die über das hinaus gehen, was die meisten Menschen für wahrnehmbar halten. Sich hinstellen und davon zu reden, dass ich diese Wahrnehmungen für real halte, so real, wie andere Menschen den Schmerz, wenn sie sich am Tischbein stoßen, und dann als Ergebnis zu bekommen, es war wohl doch nur Einbildung, allein die Vorstellung schmerzt.

Und ich möchte gern diese Freude, diese Spannung, diese Innigkeit im Zusammensein mit meiner Freundin noch ein wenig behalten, mich von der Vorfreude auf das, was da kommen will, durchfluten lassen und von dem wundervollen Gefühl, Vater zu werden.

Und je mehr ich davon schreibe, um so kleiner wird der Schmerz, wird die Angst, dass es so kommen könnte und die Dankbarkeit, es überhaupt zu erleben wächst wieder.

Kartenorakel

Gestern abend standen wir wieder vor dem Altar für unsere Tochter und plötzlich war wieder der Impuls, Karten zu ziehen, so ließ ich meine Freundin eine ziehen für sich, zog selbst eine und fragte mich innerlich, welches denn die Karte für unsere Tocher sein sollte, denn es fühlte sich nicht danach an wieder gemeinsam zu ziehen. Und die Antwort war, die oberste Karte des Stapels zu nehmen, den ich zum ziehen mehrfach gemischt hatte. So deckte ich die Karte auf: "Sieg"!!! Deine Gebete wurden erhört, lass nicht nach in deinem Vertrauen. Und wir lachten beide (oder alle drei?), gibt es ein klareres Zeichen?!

Dann deckten wir unsere Karten auf. Ihre war "Gottgeschenke", Kinder sind Gottgeschenke, ja es fühlte sich sehr stimmig an, dass sie diese Karte zog, denn sie empfängt dieses Geschenk für uns - und die Karte erinnert uns daran, dass wir dieses Geschenk empfangen dürfen, dass es wirklich für uns ist. Und für mich "Klarfühlen", habe vertrauen in das was du fühlst, wieder noch ein Zeichen

Als wir ins Bett gingen, zündeten wir wieder ihre Kerze an und ich hatte das Gefühl, dass unsere Tochter nun bei uns ist, mit uns im Zimmer, viel näher, als die Tage vorher und wenn wir ins Bett gehen, so gehört es dazu, auch sie ins Bett zu bringen...

Lebensraum

Sie rief mich an der Arbeit an und sagte, sie brauche etwas Beruhigung, sie habe wieder so seltsame Schmerzen im Unterbauch und habe angst, es passiere etwas schlimmes. Es seien Halbmondförmige Schmerzen unten im Bauch - und ich schwieg und stimmte mich ein und konnte ihren Bauch spüren, konnte die Schale spüren, in der so viel stattfindet in ihr zur Zeit, in der sich die befruchtete Eizelle einnistet. Und ich ließ, wie ich es auch bei Behandlungen tue, Energie dorthin fließen ohne etwas zu sagen. Und sie antwortete "Du machst irgendwas". "Ja, ich mache etwas, und es ist alles in Ordnung." Und ich spürte weiter in ihren Bauch und spürte den Raum, spürte die Kugel, die sich gebildet hat, um unsere Tochter leben und wachsen zu ermöglichen.

Und ich bin unsicher dabei, so etwas zu schreiben, was unserem normalen Verstand widerspricht und doch kann die Energie Räume überwinden.


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